Dienstag, 27. Juni 2017

Drei Forderungen an die Gesundheitspolitik

Bei Diskussionen im Gesundheitsbereich geht es meist um lange Wartezeiten, Gangbetten, Zwei-Klassen Medizin oder die Interessen der Ärzteschaft. Fast alle Anliegen, die öffentlich transportiert werden, haben im Hintergrund Lobbys, die sich Vorteile erhoffen. Die Patientenanwälte kommen oft erst zum Zug, wenn es bereits zu spät ist. Wir brauchen endlich Gesundheitsbehörden, die offensiv und wirksam für den Schutz der Bevölkerung eintreten und die zahlreichen gefährlichen und unnützen "Angebote" im Medizinsystem kontrollieren.
Hier drei Forderungen, die seltsamerweise von keiner Partei bisher aufgegriffen wurden:


Bild: N-Media-Images – Fotolia.com


1.) Behörden sollten der Bevölkerung verpflichtet sein und Interessenskonflikte meiden

Gesundheitspolitik, Behörden und deren Berater müssen aus der Umklammerung und finanziellen Obsorge der pharmazeutischen Industrie befreit werden.
Es muss klar sein, dass Arzneimittelzulassung nach den Kriterien der strengst möglichen Kontrolle auf Sicherheit zu erfolgen hat und die Führungsriege der Behörde nicht Angst haben soll, dass private Interessen der Geldgeber aus der pharmazeutischen Industrie zu negativen Sanktionen führen, wenn die Behörden in ihrer Kontrollfunktion unbequem werden. Derzeit jedoch werden sowohl internationale Behörden (z.B. EMA, WHO) als auch nationale Arzneimittelbehörden zu einem beträchtlichen Teil aus Mitteln der pharmazeutischen Industrie bezahlt.

Was bedeutet dies? - Vor allem, dass die Behörde "bequem" gehalten wird. Dass der Geldgeber mitredet, wenn es um Karriereplanung geht, ist – zumindest hinter den Kulissen – selbstverständlich. Und deshalb werden jene Karriere machen, die von Haus aus konfliktscheu und Industrie-freundlich sind – oder sich durch "Wohlverhalten" schon einen lukrativen Job auf der Gegenseite reservieren.

Überall werden nach wie vor Public-Private-Partnerships eingefordert. Behörden sind oftmals gezwungen, sich Sponsoren aus der Industrie zu suchen, um Projekte umsetzen zu können. Dies führt zu absurden Interessenskonflikten. (z.B. wenn die Token Studie des Robert Koch Institut die Aufgabe hat, die Sicherheit der Kinderimpfstoffe zu untersuchen - und diese Studie ausgerechnet von den Herstellern dieser Impfstoffe finanziert wird, welche sich vertraglich ein Mitspracherecht bei der Bewertung der Studienergebnisse zusichern lassen.)

Dasselbe Problem tritt im Bereich der universitären Forschung auf, aus deren Führungskräften sich die Berater der Behörden rekrutieren. Diese Führungskräfte sind an der Universität dazu gezwungen in allen Bereichen für die Wirtschaft zu arbeiten. Und bringen demnach unzählige Interessenskonflikte in ihre Beratungstätigkeit ein.

Im Gesundheitsbereich werden derartige Kooperationen und Verflechtungen jedoch für schlau gehalten, "weil sich das Gemeinwesen Geld spart.“ Eine ebenso naive wie grundfalsche Annahme!


2.) Unabhängige Kontrollen - Orientierung am Rechnungshof

Hauptaufgabe der Behörden wäre es, für die Sicherheit der Bevölkerung einzustehen und in allen Bereichen der Medizin die aufgestellten Behauptungen der großen Player im System nachzuprüfen. Egal ob es sich um die behauptete Wirkung und Sicherheit von Medikamenten handelt, den behaupteten Nutzen von Grenzwerten und Untersuchungen oder die vielen Ideen der Ärztekammer-Vertreter. Überall, wo berechtigte Zweifel auftreten, sollte es den Behörden möglich sein, zu prüfen.

Die Rolle der Gesundheitsbehörden sollte sich mehr an jener des Rechnungshofes in Wirtschaftsbelangen orientieren als an jener des freundlichen Durchwinkens neuer Medikamente und der Promotion von Impfstoffen und Vorsorgeuntersuchungen.
Und dort, wo Zweifel an den vorgelegten Studien bestehen, braucht es ein öffentlich finanziertes Budget für unabhängige wissenschaftliche Forschung.

Etwa 50 Prozent der zugelassenen Arzneimittel sind nie ordentlich auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit geprüft worden. Kritische Pharmazeuten schätzen den Anteil an kontraproduktiven Therapeutika auf etwa ein Drittel. Dazu kommen die extrem teuren neuen Arzneimittel, speziell in der Krebstherapie. Sie werden auf Basis von Studien zugelassen, die von den Herstellerfirmen in einem schwer überschaubaren Prozess von vorne bis hinten kontrolliert wurden. Stimmt der darin ermittelte – meist ohnehin nur geringe durchschnittliche Lebenszeitgewinn überhaupt?  Oder bringt die Therapie den sterbenden Patienten wenig und trägt stattdessen zum vollständigen Verlust der verbliebenen Lebensqualität bei?

Unabhängige "Kontroll-Studien" könnten dem Gemeinwohl helfen, ein Vielfaches der Studienkosten hereinzubringen und würden zudem die Bevölkerung schützen.

Diese Forderung sollte vorrangig auf Ebene der EU umgesetzt werden.
Falls das über die mächtigen Lobbys verhindert wird, so eben auf nationaler Basis - oder im Zusammenschluss mehrerer Länder.


3. a) Behörden die Impfungen oder Screening-Programme empfehlen, sollen nicht gleichzeitig den Erfolg ihrer Empfehlungen kontrollieren

Im Bereich der Prävention sollte es zudem eine strenge Trennung geben zwischen den Behörden, die Impfpläne oder Früherkennungs-Programme erstellen - und einer unabhängigen Kontrollinstanz, welche mögliche unerwünschte Folgen sammeln und wissenschaftlich objektiv beurteilt.
Derzeit gibt es diese Trennung nicht: Die Behörden sind alles in einer Instanz.

Im Wirtschaftsbereich ist es klar, dass Interessenskonflikte ein „No Go!“ darstellen und sich der zu Kontrollierende nicht selbst kontrollieren soll. Hier jedoch erwartet man plötzlich Wunder an Zivilcourage. Wunder, die nicht passieren.

Die Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungs-Screenings sind stets genannte Positivbeispiele der Gesundheitsförderung. In Wahrheit umfassen die Programme eine ganze Reihe von Maßnahmen, die wenig evidenzbasiert sind, sondern ihre Klientel im Medizinsystem mit Aufträgen füttern.

  • Wer entrümpelt die Vorsorgeuntersuchung von unnötigen Tests?
  • Wer sorgt dafür, dass die im Übermaß erhobenen Daten endlich zusammen geführt und wissenschaftlich objektiv ausgewertet werden können?
  • Warum kopieren wir nicht das erfolgreiche Screening Programm der Finnen zur Früherkennung des Zervix-Karzinoms, anstatt windige Labors für fragwürdige Expertisen zu bezahlen, welche zu tausenden unnötigen Eingriffen Anlass geben?


Chaotische Zustände bestehen im Bereich des Impfens. Ständig neu entwickelte Impfungen wurden auf Basis zweifelhafter Studien zugelassen und von extrem aggressiven Lobbys in die Impfpläne der Industriestaaten gedrückt.
Die Kinder bekommen heute dreimal so viele Impfungen wie noch in den 1980er Jahren.

In einem vernünftig organisierten Gesundheitssystem müsste es möglich sein, die Auswirkungen dieser Impfungen mit einfachen statistischen Methoden zu erfassen und zu bewerten.

  • Erfüllen die Impfungen die in sie gesetzten Erwartungen?
  • Stimmen die in den Zulassungsstudien ermittelten Risiken?
  • Wie unterscheidet sich der Gesundheitszustand Geimpfter von jenem der Ungeimpften?


Die Beantwortung derartiger Fragen ist nicht möglich, weil es kein Impfregister gibt, das mit den sonstigen Gesundheitsdaten verknüpft ist. Es wird ins Blaue hinein geimpft, ohne die positiven oder negativen Auswirkungen des Impfens überhaupt wissenschaftlich überprüfen zu können.


3. b) Einführung eines effektiven und transparenten Meldesystems für Nebenwirkungen

Zudem ist das Nebenwirkungs-Meldewesen katastrophal schlecht organisiert. Zwar gibt es am Papier die gesetzliche Meldepflicht der Ärzte bei Verdacht auf Nebenwirkungen. De facto ist die Meldepflicht aber nicht existent, weil sie von den Ärzten unterlassen oder aktiv verweigert wird.

Aus zahlreichen Vorfällen weiß ich, wie schwierig es ist, Ärzte zu einer Meldung zu bewegen. Sie erklären sich für unzuständig oder wissen nicht, wie man überhaupt melden soll. Meist jedoch behaupten sie, dass eine aufgetretene Nebenwirkung nach ihrer Meinung "sicher nicht vom Impfen kommen kann" und verweigern deshalb die Meldung.
Im Gesetz heißt es jedoch, dass Ärzte zur Meldung verpflichtet sind, wenn eine Nebenwirkung "im zeitlichen Zusammenhang zu einer Impfung" auftritt. Es ist keinesfalls ihre Aufgabe, selbst den kausalen Zusammenhang zu beurteilen. Viele Nebenwirkungen sind unbekannt und selten. Und nur wenn eine große Zahl von Meldungen vorliegt, ist es möglich, solche seltenen Fälle überhaupt zu identifizieren.

Kaum ein Arzt hätte es beispielsweise für möglich gehalten, dass eine Impfung Narkolepsie auslösen kann. Bei dieser bislang unheilbaren Krankheit schlafen die Betroffenen von einem Moment auf den nächsten ein, weil der von der Hypophyse im Großhirn gesteuerte Schlaf-Wach-Rhythmus gestört ist. Diese Menschen können nie einen Führerschein machen, oft keinem normalen Beruf nachgehen. Sie sind schwerstens in ihrer Lebensqualität geschädigt.
Mittlerweile ist es wissenschaftlich bis ins Detail geklärt, dass die anlässlich der Schweinegrippe-Pandemie eingesetzte Impfung "Pandemrix" tausende Fälle dieser Autoimmunerkrankung verursacht hat. Der Nachweis gelang, weil aufmerksame Mediziner in Finnland einer verdächtigen Häufung von Nebenwirkungsmeldungen nachgegangen sind. In Deutschland oder Österreich wäre das zum einen nie aufgefallen, zum zweiten wäre es nicht möglich gewesen, den Verdacht nachzuprüfen.

Die hiesigen Ärzte melden auch deshalb nicht gerne, weil sie Angst haben, damit in ein behördliches Verfahren verwickelt zu werden, das ihnen nichts als Scherereien bringt. ("Habe ich die vorgeschriebene Impfberatung korrekt durchgeführt? Habe ich möglicherweise falsch geimpft?")

Hier bräuchte es intensive Aufklärung der Ärzte durch die Behörden oder die Gesundheitspolitik. Doch davon ist nicht das Geringste zu merken. Und hinter dieser Passivität steckt Absicht. Denn würden die Behörden das penetrante Nichtmelden vieler Ärzte tatsächlich ahnden, so würde das zweifellos zu einem deutlichen Anstieg der amtlich registrierten Nebenwirkungen führen. Das hingegen würde das Vertrauen in Impfungen reduzieren, für Unruhe sorgen und die Behörden in ihrer Ansicht stören, dass eh alles in bester Ordnung ist.

Insofern muss man sich nicht wundern, dass die Dunkelziffer bei nicht gemeldeten Impfschäden enorm hoch ist. Seriöse Schätzungen gehen von einer Meldequote im einstelligen Prozentbereich aus.



Wenn Ihnen der Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 
Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite

Donnerstag, 22. Juni 2017

Das makellose Impfwesen und seine interessenskonflikt-freien Vertreter

Derzeit findet in Krems der EUFEP-Kongress 2017 statt. Ich war gestern bei diesem "europäischen Forum für evidenzbasierte Prävention" zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, in der es auch um die Frage ging, ob die Einführung einer Impfpflicht eine geeignete Maßnahme zur Gesundheitsförderung bei Kindern ist. Ich habe diese Ansicht kritisiert. Gänzlich frei von jeglicher Selbstreflexion in Bezug auf Nutzens-Schadens Abwägungen gab sich Ursula Wiedermann-Schmidt, die Leiterin des Nationalen Impfgremiums Österreichs. Ihr Referat bestand aus purer Impfwerbung. 

Podiumsdiskussion mit (v.r.n.l.) Claudia Wiesemann (Univ. Göttingen), Mike Kelly (NICE), Andrea Fried (Moderation), Irene Promussas (Lobby4Kids) und mir (Foto: U. Griebler)

Ich betonte in meiner Stellungnahme zur Impfpflicht, dass nicht nur die Eltern die ihre Kinder impfen lassen, sondern auch jene, die manche Impfungen verweigern, der Ansicht sind, zum Wohle ihrer Kinder zu handeln. Eine der beiden Einstellungen von vornherein als "falsch" abzutun, sei wissenschaftlich schwer argumentierbar. Es gäbe nämlich nicht "die Impfungen", sondern eine ganze Reihe von Einzelimpfungen mit Stärken und Schwächen, die jede für sich zu bewerten seien in ihrem individuellen Nutzen-Risiko-Profil.
Zudem besteht ein enormes Interesse der Hersteller, ihre Impfungen in die jeweiligen Impfkalender "zu drücken". Dafür wird stark lobbyiert - manchmal auch mit unerlaubten Hilfsmitteln wie der Bestechung von Politikern. (Ich brachte dafür Beispiele aus Italien und den USA, wo die Einführung von Pflichtimpfungen später zur gerichtlichen Verurteilung der verantwortlichen Politiker führte.)

Impfen ist der weltweit meist verbreitete Eingriff zur präventiven Behandlung von gesunden Kindern. Und insofern ist natürlich die Verantwortung derjenigen, die solche Therapien empfehlen oder sogar zur Pflicht machen, enorm. Es muss auf das strengste geprüft werden, dass der Nutzen das Risiko deutlich übersteigt und die Sicherheit der Impfungen durch die best möglichen Prüfverfahren gewährleistet ist.
Das ist meiner Meinung nach bei manchen Impfungen – z.B. den „Totimpfungen“, die Alu-haltige Wirkverstärker verwenden – nicht gesichert. (Meine Argumente habe ich anlässlich der in Italien geplanten Impfpflicht für 12 Krankheiten kürzlich hier zusammen gefasst. Außerdem habe ich aktuell drei Forderungen an die Gesundheitspolitik formuliert.)

Bei Masern bin ich ein Befürworter der Impfung, allerdings kein Befürworter der Impfpflicht.
Es gibt eine Menge gute positive Argumente, die für die Impfung sprechen. In der bisherigen Debatte wird aber stets nur negativ argumentiert:
  • Angst vor Masern, 
  • Angst vor SSPE (obwohl sich noch niemand wirklich auskennt, wie diese seltene Krankheit konkret entsteht), 
  • Krankheiten sind prinzipiell schlecht und zu vermeiden, deshalb: Ziel der Ausrottung der Viren

Positive Argumente wären hingegen: 
  • Viren gehören zum Leben, sie trainieren das Immunsystem und schaffen nachhaltige Kompetenz mit weniger Entgleisungen Richtung Allergien und Autoimmunität
  • Die Masern-Impfung bietet einen hervorragenden Schutzeffekt - allerdings mit abgeschwächten Viren - die möglichen Komplikationen der Wildviren werden vermieden 
  • Zahlreiche Studien belegen, dass masern-geimpfte Kinder bessere Abwehrkräfte haben als ungeimpfte.
  • Wenn es nun noch gelingt, aus der MMR Impfung eine „Bio-Impfung“ zu machen, die in der Herstellung sowie Anwendung auf problematische Inhaltsstoffe verzichtet und auf natürliche Infektionswege Rücksicht nimmt, so wäre es sicherlich einfacher, dafür auch impfkritische Eltern zu gewinnen.
  • Das würde z.B. bedeuten: Einzelimpfungen anbieten, welche inhaliert werden können


Wiedermann-Schmidt: Impfpropaganda ohne jegliche Selbstzweifel

Ursula Wiedermann-Schmidt ist die Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien, das traditionell recht gute Beziehungen zur Industrie pflegt. Obwohl es auf Kongressen mittlerweile als Pflicht gilt, eine Erklärung zu den eigenen Interessenskonflikten voran zu stellen, kam von Wiedermann-Schmidt nichts.
In ihrem Vortrag mit dem Titel "Evidenzbasierte Empfehlungen für Impfprogramme" war von irgendwelchen möglichen Nebenwirkungen von Impfungen nicht mal am Rande die Rede. Viel einseitiger konnte eine Thematik kaum noch dargestellt werden. Als Gefährdung der öffentlichen Gesundheit wurden lediglich die Impfkritiker und Impfgegner erwähnt.
Karl Zwiauer, der Vorstand der Kinderklinik am LKH St. Pölten leitete ihr Referat entsprechend ein. Heute ginge es um das Grundübel, sagte er: Und das sei die Impfmüdigkeit in bestimmten Kreisen der Bevölkerung. 
Wiedermann-Schmidt zeigte Grafiken, in denen dem Impfen ein Anteil von rund 100 Prozent an der Beseitigung von Krankheiten wie Polio, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, etc. zugeschrieben wurde. Dass derzeit in der internationalen wissenschaftlichen Community z.B. bei Keuchhusten darüber debattiert wird, dass dieser Impfstoff - wenn überhaupt - dann nur kurzzeitig wirkt und dringend verbessert werden muss – keine Erwähnung.
Dass auf internationalen Fachkongressen bestimmte Impfungen und deren Inhaltsstoffe als Auslöser von Allergien und Autoimmunkrankheiten diskutiert werden – nicht ein Wort.
Noch selten habe ich in einem Vortrag zur "evidenzbasierten Medizin" eine derart einseitige Auslegung von "Evidenz" erlebt.

Ursula Wiedermann-Schmidt: Im Dienste der Impfwerbung


Ich bezeichnete in einer Wortmeldung ihren Vortrag als "pure Impfwerbung" und kritisierte, dass die Meldepflicht der Ärzte für mögliche Nebenwirkungen von Impfungen kaum wahrgenommen wird und vollständig intransparent abläuft. 
Darauf entgegnete Wiedermann-Schmidt, dass es die Pflicht der Ärzte sei, die gesetzlich vorgeschriebenen Meldungen zu machen. Das funktioniere auch - die Nebenwirkungs-Übersichten seien im Internet auf der Webseite der Behörden transparent gemacht und jederzeit nachlesbar. 

Mir ist es bisher nicht gelungen, diese "transparenten" Informationen zu finden. Nicht mal auf der Übersichtsseite des Gesundheitsministeriums mit dem Titel "Informationen zur Impfstoffsicherheit" gibt es einen Link zu einer Übersicht der gemeldeten Nebenwirkungen.
Wenn man etwas weiter sucht, so kommt man zum Artikel "Reaktionen und Nebenwirkungen nach Impfungen", den Wiedermann-Schmidt selbst mit herausgegeben hat. Wie tendenziös dieser Artikel ist, geht schon aus der Gestaltung der Titelseite hervor, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:
Wahrnehmung des Risikopotenzials von Impfungen: unterentwickelt bis nicht vorhanden
Sowohl Ursula Wiedermann-Schmidt als auch Karl Zwiauer sind Mitglieder des "Nationalen Impfgremiums", die dem Ministerium in Sachen Impfungen als "unabhängige" Berater zur Seite stehen und den nationalen Impfplan erstellen.
Um das deutsche Pendant, die STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch Institut), gab es während der letzten Jahre heftige Diskussionen um finanzielle Interessenskonflikte. Viele der Mitglieder arbeiteten immer wieder für Impfstoff-Hersteller, ohne dass dies öffentlich bekannt war. Als schließlich der damalige Leiter der STIKO Geld eines Impfstoffherstellers "zur Förderung des Impfgedankens" annahm und kurz darauf gleich ganz in die Dienste der Industrie wechselte, war der Bogen überspannt und es setzte erstmals heftige Kritik in den Medien.
Seither gibt es immerhin eine umfassende öffentliche Selbstauskunft der STIKO-Mitglieder zu ihren Industrie-Verbindungen. Außerdem eine transparente Datenbank im Internet, die frei zugänglich ist und über alle gemeldeten ernsthaften Nebenwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit Impfstoffen Auskunft gibt. 

Österreich befindet sich bezüglich Transparenz bei der Meldung unerwünschter Wirkungen von Impfungen ebenso in der Steinzeit wie bei der Deklarierung finanzieller Interessenskonflikte.
Dass gerade die Spitzen-Repräsentanten dieser Geisteshaltung auf einem Kongress zur "evidenzbasierten Prävention" auftreten und dort Propaganda als Information verkaufen, ist Symptom dieser Zustände. Heilung ist weit und breit nicht in Sicht.


Wenn Ihnen der Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 
Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite

Dienstag, 30. Mai 2017

Stillen: Gesunde Bakterienkur für Babys

Zahlreiche Studien belegen, dass gestillte Kinder besser gegen Erkältungskrankheiten und Darminfektionen geschützt sind und dass sie weniger anfällig für Allergien sind. Ein Forscherteam aus Los Angeles untersuchte nun die Bedeutung des Stillens beim Aufbau des kindlichen Mikrobioms und erlebte dabei eine Überraschung: Mehr als ein Drittel der Darmbakterien des Kindes wird über Muttermilch und Hautkontakt beim Stillen weiter gegeben.



Jeder Mensch ist ein Zoo. Wir beherbergen eine Unzahl von Lebewesen, die meisten davon im Darm sowie auf unserer Haut. Die Bedeutung dieses "Mikrobioms" für unsere Gesundheit  erweist sich immer mehr als eine der wichtigsten und revolutionärsten Erkenntnisse der jüngeren wissenschaftlichen Forschung. Hier liegt offenbar der Schlüssel für eine stabile Balance im Organismus.
Dies ist umso wichtiger, als wir derzeit eine weltweite Epidemie von Krankheiten erleben, die allesamt mit gestörten Immunfunktionen zu tun haben. Es gibt hunderte Arten von Autoimmun-Erkrankungen, von denen der Großteil vor wenigen Jahrzehnten noch gar nicht bekannt war. Ein Drittel der Bevölkerung leidet an Allergien. ADHS, Autismus und andere Entwicklungsstörungen sind von Einzelfällen zum Massenphänomen geworden.
Das Mikrobiom entpuppt sich als wichtigster Partner unseres Immun- und Nervensystems. Und wenn zwischen diesen drei Säulen unserer Gesundheit die Chemie stimmt, so ist das offenbar die beste Versicherung für ein langes Leben ohne derartige chronische Krankheiten. (Dies ist übrigens die Kernthese meines aktuellen Buches "Die Hygienefalle - Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien".)


Mitarbeit gegen Kost und Quartier

Je diverser und reichhaltiger unser Mikrobiom aufgebaut ist, desto stabiler ist es - und umso mehr nützliche Eigenschaften unserer Mitbewohner können wir nutzen. Ein gesunder Mensch beherbergt zwischen 2000 und 3000 verschiedene Bakterienarten, die alle ihre eigenen Fähigkeiten mit in die Lebensgemeinschaft ein bringen. Im Lauf der Evolution hat unser Organismus ja eine ganze Unzahl an Kompetenzen eingebürgert. Wenn Bakterien bestimmte Vitamine oder Hormone erzeugen können, wenn sie Pilze in Schach halten und das aggressive Immunsystem beruhigen können, wozu sollte dann Energie verpulvert werden, diese Fähigkeiten selbst zu entwickeln. Da war es doch einfacher, den Bakterien einen Lebensraum zu reservieren und mitarbeiten zu lassen.
Wir stehen derzeit noch ganz am Anfang, die Unmenge an Symbiosen zu verstehen, die wir mit unseren Mitbewohnern eingegangen sind. Klar ist allerdings schon jetzt, dass das alte Bild der "schmarotzenden und krank machenden Keime" falscher nicht sein könnte. 99,9% aller Bakterien sind nützlich und harmlos.

Die Zusammensetzung der Darmbakterien ist während der ersten drei Lebensjahre recht variabel und stabilisiert sich erst dann in ein ähnliches Muster wie es auch bei Erwachsenen vorherrscht. Dennoch ist jedes Mikrobiom so einzigartig wie ein Fingerabdruck, sogar eineiige Zwillinge können vollständig unterschiedliche Kolonisierungen ihres Darms haben.


Bakterienmuster bleiben ein Leben lang

Kinderärzte der Universität von California in Los Angeles unter der Leitung von Grace Aldrovandi haben nun in einer aufwändigen Studie die Bedeutung des Stillens für die Ausbildung des Darm-Mikrobioms bei Neugeborenen untersucht. Insgesamt nahmen 107 Mütter mit ihren Babys an der Studie teil. Im Verlauf der ersten 12 Lebensmonate wurden sie mehrfach untersucht: Bei den Müttern die mikrobielle Zusammensetzung ihrer Milch sowie die bakterielle Besiedlung des Warzenhofs um die Brustwarze (Areola mammae), bei den Babys wurden regelmäßig Stuhlproben gesammelt und analysiert.

Die Besiedlung des kindlichen Darms ist ein komplexer Prozess und hängt von vielen Faktoren ab. Kaiserschnitt-Kinder haben eine ganz andere Kompostion, als Babys, die im Geburtskanal der Mutter ihre Pionier-Bakterien mitnehmen. Die ersten Siedler haben jedenfalls einen enormen Startvorteil und manche Muster bleiben oft ein Leben lang erhalten. Insofern erscheint es sinnvoll, bestimmte Defizite der Kaiserschnitt-Geburt auszugleichen. Aber auch bei vaginal geborenen Kindern aus unseren Breiten ist die Bakterienvielfalt im Vergleich zu Kindern aus Entwicklungsländern deutlich unter entwickelt. Stuhlproben der Kinder von indigenen Amazonas-Völkern ergaben eine beinahe doppelt so große Vielfalt ihrer Darmbewohner.

Grace Aldrovandi wollte wissen, wie groß der Einfluss des Stillens bei der Besiedlung des Darms ist. Die Antwort in einem Wort lautet: enorm.
Im Schnitt erhielten die Babys 27,7 Prozent ihrer Darmbakterien unmittelbar über die Muttermilch transferiert. Weitere 10,4 Prozent stammten vom Gebiet rund um die Brustwarze. Die Übernahme der Bakterien war durchaus Dosis-abhängig. Je häufiger und länger die Babys gestillt wurden, desto mehr der mütterlichen Bakterien siedelten sich im kindlichen Darm an. Schließlich ergab sich – im Vergleich des Bakterien-Profils von zufällig zugeordneten Müttern – ein eindeutiges Bild der Zusammengehörigkeit der mütterlichen Bakterien mit der Darmflora des eigenen Kindes.

Wenn Mütter zu stillen aufhörten, auf Flaschennahrung umstiegen oder zunehmend feste Nahrung verfütterten, änderte sich die Komposition der Bakterien im kindlichen Darm dramatisch. Dennoch blieben bestimmte Grundmuster des ursprünglich angelegten Bakterienprofils stabil.
"Unsere Arbeit zeigt, dass sich im Lauf der ersten sechs Lebensmonate ein komplexes Netzwerk von Bakterien im kindlichen Darm bildet", erklärt Aldrovandi. "Muttermilch-Bakterien, die den Darm besiedeln bereiten den Boden für nachfolgende Bakterien, die sich ansiedeln. Daraus ergibt sich eine Art Fingerabdruck, der bis ins Erwachsenenalter erhalten bleibt."
Von einigen wenigen Bakterien ist bereits konkret bekannt, welche gesundheitliche Vorteile sie bieten. In der Milch enthaltene Veillonella und Rothia-Stämme schützen beispielsweise vor Asthma. Bei Kindern, die nur kurz oder gar nicht gestillt wurden, ergab sich ein deutlicher Überhang der Gattung der Bacteroidaceae, die in Studien bei Kindern und Erwachsenen mit Übergewicht ebenfalls vorherrschen.

"Unsere Resultate sind jedenfalls eine starke Unterstützung für die geltende WHO-Empfehlung, dass während der ersten sechs Lebensmonate ausschließlich und bis zum Ende des ersten Lebensjahres zusätzlich gestillt werden sollte", schließen die Autoren ihre Arbeit.


Wenn Ihnen der Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 
Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite

Freitag, 26. Mai 2017

Italien verschärft die Impfpflicht

Schon bisher gab es in Italien Pflichtimpfungen. Diese sollen nun aber auf 12 Krankheiten ausgedehnt werden. Der Besuch von Kindergärten ist künftig an den Impfnachweis gebunden. Mehr als 800.000 Schüler sind von Zwangsimpfungen bedroht. Wer sich nicht an die Beschlüsse hält soll bis zu 7.500 Euro Strafe bezahlen. Der Widerstand gegen diese Gesetzesinitiative wächst in Italien. Besonders in Südtirol ist der Unmut enorm. Die Rede ist von einem "neuen Impffaschismus" und dem "Sieg der Pharmalobby".





Bevor solche Zwangsmaßnahmen durchgesetzt werden, hätte ein verantwortungsvoller Gesetzgeber auf seriöser Basis sicher stellen müssen, dass derartige Maßnahmen den Kindern nützen und sie nicht in ihrer Gesundheit gefährden. Die "Impfungen" gibt es - so generell gesprochen - nicht. Jede einzelne Impfung hat ihre eigene Geschichte, ihre Vorteile und ihre Nachteile. Und dass die Vorteile überwiegen, ist bei einer Reihe von Impfungen nicht garantiert.

Wissenslücken gibt es genug, hier ein paar Beispiele:
  • Es gibt keine guten Vergleichsstudien Geimpfte/Ungeimpfte 
  • Es gibt keine verlässlichen Informationen darüber, wie lange die toxischen Aluminiumverbindungen aus den Impfungen im Körper bleiben und was sie dort tun 
  • Es gibt zahlreiche Hinweise, dass Impfungen Störungen des Immunsystems auslösen und die Bildung von Auto-Antikörpern anregen 
  • Ob es spezielle Risikogruppen (z.B. genetische Voraussetzungen) gibt, Menschen, die besonders anfällig sind für Immunstörungen - und wie man diese vorab identifizieren könnte – ist unbekannt 
  • Bei Impfungen gibt es kaum Innovationen und keinen Druck hin zu mehr Sicherheit, weil ein paar Großkonzerne "unter sich" sind und von der Gesundheitspolitik, bzw. den Behörden vor Klagen bei Schäden geschützt werden 
  • Es gibt bei vielen Impfstoffen keine Auswahlmöglichkeit, keine Alternativen - z.B. Impfstoffe, die man inhalieren kann, Impfstoffe ohne Aluminium, ohne Hühnereiweiß, etc. 

Anstatt dafür einzutreten, diese Mängel zu beheben und viele andere Fragen zur Funktionsweise und Sicherheit von Impfungen objektiv durch gute Studien aufzuklären, werden Nichtimpfer mit Strafen bedroht.
Bei der Clique der fanatischen Impfbefürworter, die in Kritikern dumme Verschwörungstheoretiker sehen, deren Kinder als Bioterroristen herumlaufen und die eigenen Kinder gefährden, handelt es sich zumeist um Menschen, die mit Freude im Lager des Mainstream der Gesellschaft schwimmen und allen misstrauen, die gegen den Strom schwimmen.
Die fachliche Materie begreifen sie nur sehr oberflächlich. Doch das müssen sie auch nicht. Schließlich gibt es Mechaniker für die Autos, Mediziner für die Medizin und Laien, die sich besser an die Empfehlungen der Profis halten.
Dass es sich beim Impfwesen um eine ganz spezielle Blase der Medizin handelt, wo wissenschaftliche Regeln vielfach außer Kraft gesetzt werden, verstehen sie nicht - und wollen es auch nicht verstehen:

Dass beispielsweise…

  • in der Kontrollgruppe so gut wie nie eine neutrale Placebogruppe verwendet und meist eine neue Impfung gegen eine alte getestet wird. Auch wenn es sich dabei um vollständig unterschiedliche Krankheiten handelt, vor denen die Impfung schützen soll. 
  • Dies gilt sogar bei neuen Impfungen, wo nicht damit argumentiert werden kann, dass es "ethisch unverantwortlich" wäre, die Kontrollgruppe nicht zu impfen. Auch hier gibt es keine Vergleichsstudien Geimpfter vs. Ungeimpfter. 
  • Bei Impfstudien wird meist nicht die tatsächliche Wirksamkeit einer Impfung geprüft – also z.B. die Fähigkeit einer Diphtherie-Impfung die Diphtherie zu verhindern – sondern es werden vorwiegend so genannte Surrogat-Parameter erhoben. Meist handelt es sich dabei um Antikörper-Titer. Diese haben jedoch - wie sich bei der Analyse von Ausbrüchen zeigte – eine nur sehr beschränkte Aussagekraft. Impfexperten der STIKO raten von eigenständig durchgeführten Titertests - um den aufrechten Impfschutz zu kontrollieren - sogar dezidiert ab. 

Kontrollverlust
Ein weiterer für viele Impfbefürworter schwer verständlicher Fakt: Die Gesundheits-Behörden sind mit der Kontrolle der Sicherheit von Impfungen überfordert. Sie erfüllen ihre Funktion unzureichend und "auf mindestens einem Auge blind", weil sie seit vielen Jahren Impfpläne erstellen, Impfungen empfehlen oder sogar gesetzlich vorschreiben. Deshalb wären sie - in ihrem Selbstbild - ebenso für Schäden verantwortlich wie die Hersteller.
Sie müssen sich demnach selbst kontrollieren. Eine Aufgabe, der niemand ausgesetzt werden sollte, weil diese Aufgabe nicht zu erfüllen ist.
Das heißt, in der Realität wird die Sicherheit der Impfungen von den Herstellern kontrolliert und von den Behörden großteils durchgewinkt.
Gäbe es strenge Wirksamkeits- und Sicherheitskontrollen, so wären manche Impfungen nie zugelassen worden. Viele wären nicht mehr am Markt - oder würden vorübergehend vom Markt genommen bis die Auflagen zum Nachweis der Sicherheit und Wirksamkeit vollständig erfüllt worden sind.
In der Realität funktioniert es genau umgekehrt: Da werden strenge Studiendesigns und Kontrollen von den Behörden, den Ethik-Kommissionen und den Impfexperten zurück gewiesen und entrüstet verweigert. Obwohl wir aus Steuermitteln jährlich Milliarden für Impfungen ausgeben, werden die wenigen Millionen nicht investiert, die für eine unabhängige Kontrolle der Sicherheit und Wirksamkeit dieser Impfungen nötig wären.


Massen-Medikation

Impfungen sind der weltweit intensivste pharmazeutische Massen-Eingriff in das Immunsystem gesunder Menschen. Neugeborene, deren Immunsystem noch nicht im entferntesten ausgereift ist, werden ebenso geimpft wie ältere Menschen, deren Immunsystem nach ganz anderen Kriterien funktioniert. Egal. Meist gibt es eine Impfung für alle Altersgruppen. Auch die Dosis unterscheidet sich nur unwesentlich. Frühgeborene mit 1 Kilogramm werden genau gleich geimpft wie Säuglinge mit dem fünffachen Gewicht.

Heute leidet bereits ein Drittel der Kinder und Jugendlichen an Allergien, Autoimmunerkrankungen und Entwicklungsstörungen. Niemand weiß die genauen Ursachen.

Wenn auch nur ein Teil dieser Fälle von Impfungen ausgelöst wird, dann bedeutet das, dass die Solidargemeinschaft mit Milliarden Euro belastet und bei hunderttausenden Menschen die Lebensqualität geschädigt oder sogar vernichtet wird.


Es ist offensichtlich, dass es sich bei der Anerkennung dieser Fakten, die ich hier aufgelistet habe, um eine Minderheitenposition handelt.
Die Mehrheit der "Impfexperten" sieht keinerlei Probleme und weigert sich standhaft in ihrem Lieblingsfach wissenschaftliche Kriterien anzuwenden.
Falls doch einmal Probleme auftreten sollten, heißt es, "müssen diese hinter verschlossenen Türen im Kreise von Impfexperten intern diskutiert werden". Eine offen Diskussion wäre kontraproduktiv, denn "das wäre Wasser auf die Mühlen der Impfgegner und würde die Impffreudigkeit der Bevölkerung gefährden".

Die meisten der extremen Impfbefürworter bekommen von solchen Vorbehalten der Behörden ohnedies nichts mit. Impfungen sind für sie unanfechtbar, der Gipfel der medizinischen Kunst, eine Gesundheitsversicherung an die sie ganz fest glauben.
Obwohl sie beim Impfen eine in Wahrheit recht esoterische Haltung einnehmen, bezeichnen sie sich dennoch als "Skeptiker" und halten sich für extrem wissenschafts-affin.
Ob es sich dabei um eine Art Schizophrenie handelt, um Intelligenz-Defizite oder den Zwang zur Anpassung an gesellschaftliche Normen ist nicht ganz klar.
Jedenfalls handelt es sich um Extremisten. Und in Italien sind diese Extremisten offenbar besonders aggressiv und mehrheitsfähig.

Unter derartigen Voraussetzungen sind es nicht die Impfverweigerer, die unverantwortlich handeln indem sie Gesetzesbruch begehen, sondern es gilt das Gegenteil:
Jene Eltern verhalten sich verantwortungsvoll, die unter derartigen Voraussetzungen dem Druck standhalten und einzelne Impfungen zum Wohl der Gesundheit ihrer Kinder verweigern.


Wenn Ihnen der Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 
Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite

Dienstag, 28. März 2017

Zecken ziehen nach Westen

Studien zum Vorkommen der FSME zeigen einen einheitlichen Trend: Die flachen Regionen des Ostens behagen den Zecken, bzw. den von ihnen verbreiteten Viren immer weniger. In Ungarn ist die FSME in den letzten Jahren beinahe ausgestorben - trotz geringer Impfrate. Und auch in Niederösterreich und dem Burgenland geht die Zecken-Gefahr stark zurück. Ganz anders ist die Lage in den westlichen Ländern. Dies zeigt, dass sich der Klimawandel auf das FSME-Risiko mindestens genauso stark auswirkt wie die Impfung.





Bohumir Kriz und eine Gruppe des "National Institute of Public Health" in Prag haben im Jahr 2012 eine Übersicht zur Entwicklung der FSME in Tschechien im Verlauf von 38 Jahren (1970 - 2008) publiziert.
Tschechien ist mit seinen 10 Millionen Einwohnern eines der von FSME am meisten betroffenen Länder. Seit 1970 sind mehr als 17.000 Krankheitsfälle registriert worden. Die Schwankungsbreite pendelte zwischen einem Minimum von 180 und einem Maximum von 595 Fällen pro Jahr.

Die FSME-Impfung konnte sich in Tschechien nie so recht etablieren. Sie wurde Ende der 1970er Jahre von den Gründern der österreichischen Firma Immuno erfunden und entwickelte sich im Lauf der nächsten Jahre - forciert durch penetrante TV-Werbung und Plakataktionen - zu einem enormen Bestseller. Laut virologischem Institut der Medizinischen Universität Wien erreichte die Impfrate bis zum Jahr 2000 einen Anteil von mehr als 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung. In besonderen "Krisenregionen" wie z.B. dem Bundesland Kärnten stieg die Impfrate sogar auf 90 Prozent, was für eine selbst zu bezahlende Impfung Weltrekord bedeutet.


Rätselhafte Unterschiede von Ober- zu Niederösterreich

Weil der Schutz durch die Impfung laut Auskunft der FSME-Experten bei mindestens 97 Prozent liegt, musste sich aus der enormen Impffreudigkeit auch eine enorme Reduktion der FSME-Fälle ergeben. Tatsächlich nennt Österreichs oberster FSME-Experte Franz-Xaver Heinz und sein Team der Universität Wien eine Reduktion der Krankheitsfälle durch die Impfung um 84 Prozent. Eine eindrucksvolle Zahl. - Falls man diesen Angaben trauen kann.

Denn seltsamerweise entwickelten sich die Fallzahlen in den verschiedenen Bundesländern trotz Rekord-Impfraten sehr unterschiedlich. Ober- und Niederösterreich starteten zum Beginn der Impfkampagne mit einer durchschnittlichen Anzahl von 4 FSME-Fällen pro 100.000 Einwohnern. "Doch nach 1990 begann die Inzidenz in Oberösterreich zu steigen und lag in der Periode zwischen 2009 und 2013 bei durchschnittlich 8,9 FSME-Fälle pro 100.000 Einwohnern", schreiben die Wiener Virologen. "Im Gegensatz dazu nahm die Inzidenz in Niederösterreich kontinuierlich ab und lag zuletzt bei 1,2 FSME Fällen."

In Tschechien wurde die Impfung deutlich schlechter angenommen als in Österreich. Erst in der jüngeren Vergangenheit stieg die Impfrate etwas an und lag zuletzt bei 17 Prozent.
Dennoch gab es bereits während der 1980er bis zum Beginn der 1990er Jahre einen markanten Rückgang der FSME von durchschnittlich 4 Krankheitsfällen pro 100.000 Einwohnern und Jahr auf im Schnitt nur noch 2 Fälle.
Erst ab Mitte der 1990er Jahre begann ein starker Anstieg der Inzidenz auf zuletzt rund 6 FSME-Fälle pro 100.000 Einwohnern. Ein ähnlicher Anstieg wie im – stark durchgeimpften – Oberösterreich.

Im Nachbarland Slowakei gehen die Behörden von einer noch niedrigeren Impfrate von gerade mal 1 Prozent aus. Die FSME-Inzidenz stieg bisher nicht über 2 Fälle pro 100.000 Einwohner, liegt also deutlich niedriger als in Tschechien. In der Slowakei wird die FSME Krankheit weniger mit Zeckenstichen als mit dem Konsum von Rohmilch assoziiert. Der bislang größte bekannt gewordene Ausbruch von FSME ereignete sich im Jahr 1954 rund um den slowakischen Ort Roznava. Damals erkrankten 660 Menschen nach dem Genuss von Ziegenmilch. Möglicherweise waren die Ziegen über Zecken infiziert worden.



Kaum FSME in Ungarn

Auch in Ungarn wird wenig geimpft. Die starken Schwankungen in der Krankheits-Häufigkeit müssen deshalb andere Ursachen haben. Bis zum Jahr 1997 war die FSME Rate auf 2,8 Fälle pro 100.000 Einwohner angestiegen. Seither sank die Inzidenz aber auf 0,4 bis 0,8 Fälle stark ab. Zecken-bedingte Gehirnentzündungen sind heute in Ungarn sehr seltene Vorfälle und ließen sich wohl ebenfalls als Erfolgsgeschichte der FSME-Impfung verkaufen - wenn denn geimpft worden wäre.

Was hingegen stark auffällt: Oberösterreich grenzt an Tschechien und der zeitliche FSME-Trend mit dem starken Anstieg verlief in beiden Ländern weitgehend parallel. Niederösterreich hingegen liegt weiter östlich und der Abfall der FSME ist beinahe so stark wie im noch östlicher gelegenen Ungarn. Auch im Burgenland und der östlichen Steiermark, wo die Hitze und Trockenheit des kontinentalen Klimas stärker ausgeprägt sind als in den Alpenregionen des Westens, sind die FSME Fälle stark zurück gegangen.
Wissenschaftler diskutieren seit längerem über den Einfluss des Klimawandels auf den Lebenszyklus der Zecken. Trockenheit und Hitze sind etwas, das Zecken ganz und gar nicht passt. Sie ziehen nach Westen - und kommen in immer höher gelegenen Gebieten vor.
Möglicherweise wirkt sich das Klima nicht nur auf das Vorkommen der Zecken, sondern unmittelbar auf die Viren aus. Diese Zusammenhänge sind bislang jedoch nicht erforscht.

Gar keine Fälle von FSME werden aus Serbien gemeldet, obwohl die FSME dort auf Liste der meldepflichtigen Krankheiten steht. Kann man daraus nun schließen, dass es die Viren in Serbien nicht gibt? – "Nein!", lautet die Antwort einer Wissenschaftler-Gruppe der Universität von Novi Sad, die kürzlich eine Arbeit zur FSME in Serbien veröffentlicht hat. "Es gibt vielmehr deshalb keine FSME-Fälle in Serbien, weil es keine routinemäßige Diagnostik gibt."
Es kommt also immer auch darauf an, wonach gesucht wird.


Höchste Zeit für gute Studien

Jedenfalls zeigen diese aktuellen Arbeiten zur Epidemiologie der FSME, dass es wesentlich mehr Einflussfaktoren bei den von Zecken übertragenen Krankheiten gibt als nur die Impfung. Insofern sind auch die veröffentlichten Fallzahlen nicht automatisch ein Beweis für die Wirksamkeit der Impfung, zumal die saisonalen und regionalen Schwankungen enorm sind - und sich auch in Ländern ohne Impfung ähnliche Rückgänge zeigten wie in Österreich.

Die Impfstoff-Hersteller bzw. die Gesundheitsbehörden würden deshalb gut daran tun, endlich eine konkrete Vergleichsstudie zwischen Geimpften und Ungeimpften zu organisieren, damit der Schutzeffekt der Impfung einmal konkret messbar wird - und auch gegen die möglichen Risiken der Impfung abgewogen werden kann. (Siehe auch mein Artikel: "FSME-Impfung: Unkontrollierter Menschenversuch")
Derzeit fischen wir bei der Risiko-Nutzen Bilanz der FSME Impfung absolut im Trüben. Und die von den Impfstoff-Herstellern finanzierten FSME Experten als einzige Richtschnur zu nehmen, mag zwar im Interesse der Industrie sein, einer informierten - möglichst objektiven - Entscheidungsfindung dient es nicht.



Wenn Ihnen der Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 
Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite

Donnerstag, 23. März 2017

FSME-Impfung: unkontrollierter Menschenversuch

Die Impfung gegen die von Zecken übertragenen FSME Viren reduziert wahrscheinlich das Risiko schwerer Gehirnentzündungen bei Erwachsenen. Doch gilt dasselbe auch für Kinder? Und wie steht es um die Nebenwirkungen? Immer häufiger gibt es Berichte, dass die Impfung Rheuma, Diabetes oder MS auslöst. Ist da etwas dran?

Ekliger, krank machender Vampir: Kaum ein Tier ist so gefürchtet wie die Zecke 


Frühling wird’s und die Werbung für die "Zeckenimpfung" wird intensiver. Man merkt die Auswirkungen im Bekanntenkreis: Immer häufiger treten die Fragen auf, ob man/frau/kind sich impfen lassen soll. Na gut, dann sehen wir mal, wie es um das Nutzen/Risiko Verhältnis der FSME-Impfung steht und welche Evidenz es gibt.
Zunächst wollte ich einige Fragen auflisten, die es wert wären, sie wissenschaftlich korrekt und für alle nachvollziehbar zu beantworten. Denn nur mit gesichertem Wissen ist eine informierte Entscheidungsfindung zur Sinnhaftigkeit einer FSME-Impfung möglich.


Gesundheitsbehörden als Werbepartner der Impfstoff-Hersteller

Da wäre zunächst die Frage, ob man in einem der so genannten Risikogebiete wohnt und was das überhaupt bedeutet. Die österreichische Tageszeitung "heute" hat das - nach offenbar gründlichem Studium der vom Impfstoff-Hersteller zur Verfügung gestellten Informationen - so beantwortet: "In Österreich herrscht ein landesweites FSME-Risiko." 
Diese dramatische Aussage wird auch durch den nachfolgenden Zusatz nicht leichter verkraftbar: "Eine Therapie der FSME-Erkrankung ist nach heutigem Wissensstand nicht möglich." Der einzig wirksame Schutz, so die "heute"-Expertise, sei "die aktive Impfung". Und das ist ja wohl auch der Schluss, den die Lektüre der Karten vermitteln soll: Wer auch immer vorhat, seine Wohnung ab und zu zu verlassen, betritt ein Zecken-Risikogebiet!
Von besonderer Rafinesse ist die aktuelle Definition des Robert Koch Instituts:
Ein Landkreis wird als FSME-Risikogebiet definiert, wenn die Anzahl der übermittelten FSME-Erkrankungen in mindestens einem der Zeiträume 2002 bis 2006, 2003 bis 2007, 2004 bis 2008, 2005 bis 2009, 2006 bis 2010, 2007 bis 2011, 2008 bis 2012, 2009 bis 2013, 2010 bis 2014 oder 2011 bis 2015 im Kreis ODER in der Kreisregion (bestehend aus dem betreffenden Kreis plus allen angrenzenden Kreisen) signifikant (p < 0,05) höher liegt als die bei einer Inzidenz von 1 Erkrankung/100.000 Einwohner erwartete Fallzahl. Da es in den letzten 20 bis 30 Jahren keine Anzeichen für ein Erlöschen von FSME-Naturherden in den bestehenden Risikogebieten gegeben hat, und weil die Impfquoten seit 2006 deutlich angestiegen waren, wurde auf einem FSME-Expertentreffen im November 2011 am RKI entschieden, dass ein Kreis für einen Zeitraum von mindestens 20 Jahren seinen Status als Risikogebiet behalten sollte.

Hat das jemand verstanden?

Ich habe es mehrfach gelesen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es den Behörden  gar nicht darum geht, verstanden zu werden. Sondern eher um den Effekt. Und diese Definition hat immerhin dazu geführt, dass mit Ausnahme des Stadtgebiets von München der Großteil von Bayern und Baden-Württemberg Risikogebiet ist.  Und damit gilt auch die öffentliche Impfempfehlung des RKI - für nahezu alle Süddeutschen im Alter über 2 Jahren.
Steffen Rabe bringt auf der Webseite der "Ärzte für Individuelle Impfentscheidungen" dazu ein originelles Beispiel aus dem Vorjahr: So schreibt das RKI selbst, dass beispielsweise im Landkreis Aichach-Friedberg, der seit 2005 als Risikogebiet gilt, die Häufigkeit einer FSME-Infektion "weder im Landkreis noch in der Kreisregion" signifikant über der magischen Grenze von 1 Fall pro 100.000 Einwohnern lag. Weil jedoch heute mehr geimpft wird, als früher, so die Argumentation des RKI, könnte das ja der Grund sein, warum keine FSME Fälle aufgetreten sind.  Steffen Rabe kommentiert das sarkastisch so:
  • Wir definieren ein Risikogebiet, das sich im Nachhinein als gar kein wirkliches Risikogebiet herausstellt.
  • Weil aber als Folge unserer Definition das eintritt, was wir uns ohnehin wünschen (eine höhere FSME-Impfrate), korrigieren wir diesen Fehler die nächsten 20 Jahre (!) lieber nicht... 
Soweit also ein Einblick in die Motivation der Gesundheitsbehörden, die sich in Impffragen offenbar schon seit langem ausschließlich als Werbepartner der Industrie begreifen. Noch origineller lief es über viele Jahre in Österreich, wo einer der Erfinder des Impfstoffes gleich auch mithalf, die Risikogebiete zu definieren.  Eine Mitarbeiterin hat mir erzählt, wie das damals ungefähr ablief: 
"Fräulein, haben wir nicht kürzlich einen FSME-Fall im Bezirk Korneuburg gehabt? - Nein? - Sie können sich nicht erinnern? - Na sicherheitshalber färben wir das trotzdem rot ein."
Derartige Pfuscherei und eine vollständig unklare Bewertung des tatsächlichen Risikos, erlaubt den Bürgern also keinerlei eigenständige Risiko-Abschätzung. Es gibt auch keine Abstufungen von sehr hohem, mittlerem oder geringem Risiko, so dass man beispielsweise die wirklich gefährlichen FSME-Gebiete meiden könnte - oder sich eben impfen lässt, wenn man in einer solchen Region lebt oder häufig zu tun hat.


Kinder haben nur ein minimales FSME-Risiko

Als nächstes wäre zu klären, wie hoch das Risiko ist, krank zu werden, wenn man gestochen wird. Doch auch hier ist Raten angesagt. Welchen Schaden die Zecken machen, darüber gehen die Schätzungen weit auseinander.  Viele Jahre galt die ungefähre Angabe, dass etwa einer von 1000 Zecken infiziert ist und bei jedem hundertsten Stich einer infizierten Zecke eine FSME ausbricht.  In jüngerer Vergangenheit werden allerdings oft deutlich dramatischere Zahlen genannt. Reinhard Kaiser, Neurologie-Professor an der Universität Freiburg, geht beispielsweise davon aus, dass in Risikogebieten bis zu 3% der Tiere mit FSME-Viren infiziert sind. Wird man von so einer verseuchten Zecke gestochen, entwickelt laut Kaiser jeder dritte Betroffene die Krankheit. Laut Kaiser genügten also 100 bis 300 Zeckenstiche, um einen FSME-Fall auszulösen.  Das wäre ein enorm hohes Risiko.  Kaiser bleibt allerdings alle Belege für seine Angaben schuldig. Weder gibt es eine verlässliche Untersuchung, wie viele Zecken tatsächlich Träger der Viren sind. Noch gibt es Ansteckungsversuche mit infizierten Zecken, wo im Tierversuch ermittelt worden wäre, wie viele davon die Viren auf ihre Wirte übertragen - und wie sich das anschließend auswirkt.

Zahlen, die auf tatsächlich erhobenen Fakten beruhen, gibt es aus der Schweiz.
Im Gegensatz zu Deutschland oder Österreich gilt in der Schweiz die Impfempfehlung der Behörden erst für Kinder ab 6 Jahren. Dennoch treten offenbar kaum FSME-Fälle bei jüngeren Kindern auf, obwohl diese meist nicht geimpft werden.  Bei einer über 5 Jahre laufenden Studie, die alle FSME Fälle in der Schweiz erfasste, waren 55 Kinder betroffen. 84% davon waren älter als 5 Jahre.  Generell verlaufen die Krankheiten bei Kindern normalerweise mild. Christoph Berger, Professor an der Kinderklinik Zürich fasste im Journal der Schweizer Kinderärzte die Situation wie folgt zusammen: "Das Risiko, nach einem Zeckenstich schwer an FSME zu erkranken existiert, ist aber sehr gering."
Das liegt vor allem daran, dass die FSME bei Kindern normalerweise nur als FSM auftritt. Kinder erkranken meist nicht an einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), sondern "nur" an Meningitis. Die Patienten zeigen in dieser Krankheitsphase Fieber über 38°C, eine starke Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens sowie Kopfschmerzen, Erbrechen und Nackensteifigkeit. Dass die FSME bei Erwachsenen eine schlechtere Prognose hat, liegt daran, dass die Entzündung von den Hirnhäuten häufiger auf das Gehirn über greift. Das Risiko, das sich die FSM zu einer FSME entwickelt, steigt von 5% bei Kindern auf bis zu 60% bei älteren Menschen an.

Eine ähnliche Einschätzung des Risikos für Kinder liefert eine Studie, die in der Steiermark durchgeführt wurde, jenem Bundesland, das mit Abstand die meisten FSME Opfer in Österreich zählt. Von 1981 bis 2005 wurden dort 116 Fälle von FSME bei Kindern im Alter unter 16 Jahren gezählt. In der Mehrzahl verlief die Krankheit mild. Insgesamt waren nur bei sechs Kindern Aufenthalte in der Intensivstation notwendig. Bei fünf dieser Kinder heilten die Symptome vollständig aus. Nur ein einziges blieb halbseitig gelähmt. Und gerade dieses Kind war vollständig geimpft.


Fahrlässiger Umgang mit Gesundheit

Kinder haben also ein sehr geringes Risiko, einen bleibenden Schaden davon zu tragen und davor bietet auch die Impfung keinen vollständigen Schutz. Bei Erwachsene kann der Verlauf schwerer sein. Insofern wäre es für eine informierte Entscheidungsfindung wichtig, das Risiko zu kennen, das von der FSME Impfung selbst aus geht.  Dafür wäre es beispielsweise interessant, wenn eine Studie über einen ausreichenden Zeitraum den Gesundheitszustand FSME-geimpfter Personen mit ungeimpften Personen verglichen hätte. Doch Fehlanzeige. So eine Studie wurde bisher noch nie durchgeführt.  Für die Zulassung genügte es stets, wenn die Impfstoff-Hersteller den Behörden nachwiesen, dass der Antikörper Titer gegen die FSME-Viren nach der Impfung über einen bestimmten Grenzwert anstieg und während der kurzen Beobachtungszeit nach der Impfung keine übermäßigen Nebenwirkungen auftraten.  Die Behörden waren dabei stets extrem entgegenkommend. Als im Jahr 2000 die Rezeptur des österreichischen Impfstoffes geändert wurde, lagen nicht mal die banalsten Sicherheits-Studien vor. Als dann die Impfung hohes Fieber auslöste und beinahe ein Drittel der erstmals geimpften Kinder klinisch behandelt werden musste, war das Erstaunen groß. Das Paul Ehrlich Institut war damals über die "Lässigkeit" der Herstellerfirma so verärgert, dass in Deutschland ein Jahr lang gar kein FSME Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren zugelassen wurde.  In Österreich waren die Behörden deutlich cooler und verzichteten auch im nächsten Jahr auf eine Studie zur Erfassung der Nebenwirkungen im Zeitraum nach der Impfung. Stattdessen gab es ein Überwachungssystem, bei dem eine Reihe von Ärzten als Alarmposten fungierten, die Bescheid geben sollten, falls sich die Nebenwirkungen wieder häufen. Die ersten Impflinge waren demnach die Versuchskaninchen. So verliefen die "Sicherheitsprüfungen made in Austria".
Wie lange reicht eine Impfung bis zur nächsten Auffrischung?
Drei, fünf oder zehn Jahre?

Lange galt die Regel, dass die FSME-Impfung alle drei Jahre aufzufrischen ist - und zumindest in Österreich hielten sich drei Viertel der Bevölkerung daran. Keine andere Impfung, die selbst zu bezahlen ist, erreicht derartige Rekord-Impfquoten. Unterstützt von der jährlich zum Frühlingsbeginn startenden Impfwerbung, die meist auf ungehemmte Angstmache setzte, strömten die Menschen zu den Impfärzten. Dass auch ein Abstand von fünf Jahren ausreichen könnte, oder - wie in der Schweiz empfohlen - gar ein Jahrzehnt, das gefiel den Herstellerfirmen wenig.  Und so mussten die Impfexperten einspringen, um dem entgegenzusteuern.
Beispielsweise die „internationale wissenschaftliche Arbeitsgruppe zur FSME“, in der sich einige Dutzend FSME-Experten versammelt haben. Geleitet wird die Gruppe von der Wiener Medizinerin Ursula Kunze, die zusätzlich im Vorstand der „Österreichischen Liga für Präventivmedizin“ sitzt. Diese Gruppe zählt zum Dunstkreis des „Österreichischen Grünen Kreuzes“, einer von den Impfstoff-Herstellern gegründeten Interessensvertretung. Es ist in Österreich seit vielen Jahren üblich, dass die führenden „unabhängigen“ Impfexperten gleich auch als Vorstände im Industrie-nahen Verein fungieren.
Diese "wissenschaftliche Arbeitsgruppe zur FSME", die eher einem Lobbyisten-Club ähnelt, wurde vor bald 20 Jahren gegründet und trifft sich jährlich zu Konferenzen. Eine dieser Jahrestreffen widmete sich den geeigneten Impfabständen und dem FSME-Risiko von Menschen über 50 Jahren. Sie seien gesünder, wohlhabender, pflegen einen aktiveren Lebensstil, heißt es im Arbeitspapier - und seien deshalb - wir haben es geahnt - natürlich auch öfter in den Zeckengegenden unterwegs. Wer sich nun eine Übersicht erwartet hätte zum Nutzen-Schadens-Potenzial der Impfung wird enttäuscht. Der Bericht liefert stattdessen die allgemeine Aussage, dass das Immunsystem älterer Menschen nicht mehr so leistungsfähig ist und es deshalb unbedingt nötig sei, die FSME-Impfung keinesfalls später als alle drei Jahre - "besser noch in einem kürzeren Intervall" - auffrischen zu lassen. An der Impfung selbst liege es keinesfalls, dass die Wirkung bei älteren Menschen nachlässt, denn "die Schutzwirkung liegt über 97% - ohne signifikante Unterschiede zwischen den Altersgruppen."  Solche Erfolgsraten liefern sonst nur Wahlen in Militärdiktaturen. 


Titertest vor der FSME-Auffrischung?

Eine Bekannte hat kürzlich überlegt, sich gegen FSME auffrischen zu lassen. Davor machte sie jedoch einen Test, ob sie noch genügend Antikörper im Blut hatte. Der Test fiel positiv aus. Zwölf Jahre nach der letzten Impfung hatte sie noch immer so viele Antikörper, dass sie deutlich über dem Grenzwert lag. Dennoch warnte sie der Hausarzt, dass dieses Resultat wenig zuverlässig sei und nichts über einen tatsächlichen Schutz aussagt. Dasselbe stand dann auch noch im schriftlichen Befund des Labors inklusive der Empfehlung, besser im Fünfjahres-Rhythmus weiter zu impfen.
Sie war deshalb einigermaßen ratlos und fragte mich, was das soll: "Wie kommt ein Labor dazu, seine eigenen Messresultate durch eine solche Empfehlung in Zweifel zu ziehen, immerhin weisen doch Antikörper per Definition den Schutz nach?"

Die Argumentation zeigt tatsächlich, auf welch dünnem Eis sich das gesicherte Wissen beim Thema Impfen befindet. Die Höhe des Titers, heißt es von Seiten der Impf-Experten, sei kein Beleg für einen konkreten Schutz. Gleichzeitig beruht genau auf diesem Antikörper-Titer aber der Nachweis, dass die Impfung wirkt. Damit ein Impfstoff zugelassen wurde, genügte stets der Nachweis, dass die Geimpften einen ausreichenden Antikörper-Titer erreichen. Es handelt sich um einen so genannten Surrogat-Parameter. Also einen indirekten Beleg. Beruht der Impfschutz demnach auf einem Irrtum?
Tatsächlich gibt es keine Studien zum FSME-Impfstoff, in denen die Krankheitsvermeidung eindeutig bewiesen wurde. Beispielsweise indem gezeigt wurde, dass Geimpfte ein geringeres FSME-Risiko haben. Zwar gibt es Hinweise - etwa den Rückgang der FSME-Fälle im Vergleich zur Vorimpf-Zeit. Doch auch dies könnte irreführend sein, weil Krankheiten immer wieder Schwankungen unterliegen. (Siehe dazu meinen Artikel "Zecken ziehen nach Westen")
Aber möglicherweise geht die Initiative gegen den Titertest ja auch bloß von den Impfstoff-Herstellern aus, die befürchten, dass immer mehr Leute die Impfungen deshalb verschieben.



Verursacht die Impfung Rheuma, Hashimoto, Diabetes oder MS?


Immer wieder erreichen mich Anfragen von Menschen, die nach der FSME-Impfung schwer erkrankt sind. Die Rede ist von Multipler Sklerose, Rheumatoider Arthritis, Hashimoto und anderen Autoimmunerkrankungen.  Erst heute vormittag kam die Mail eines jungen Mannes, der beim Bundesheer im Alter von 18 Jahren eine Doppelimpfung erhalten hatte: linker Oberarm Hepatitis, rechter FSME. Nach dem zweiten Impftermin erkrankte er an einer Art Sommergrippe mit hohem Fieber. Er veranlasste einen Titertest und die Antikörper-Werte waren derart in die Höhe geschossen, dass sein Arzt meinte, es seien keine weiteren Impfungen mehr notwendig.
Schrittweise traten dann jedoch während der nächsten Monate Symptome auf, die sich schließlich als Diabetes Typ 1 entpuppten: Sein ultra-aggressives Immunsystem hatte die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Seither muss er Insulin spritzen und ständig seine Blutzucker-Werte messen. Der junge Mann stellt jetzt mir die Frage, ob die Impfungen der Auslöser seines Gesundheitsschadens sein können. Und ich kann nur antworten: Diese Frage ist nicht untersucht.
Es ist wirklich ein haarsträubendes Ärgernis. Die Impfstoff-Hersteller verdienen seit Jahrzehnten gutes Geld mit dem Verkauf ihrer Impfstoffe. Überall im Land wird mit Hilfe der Behörden für die Impfung Werbung gemacht. Doch dass unsere hoch bezahlten Beamten eine einzige zuverlässige Überprüfung der Sicherheit der Impfung beauftragt – oder selbst durchgeführt – hätten: Fehlanzeige!

Weder gibt es diese Studien noch gibt es eine nachfolgende gute Kontrolle auf mögliche Nebenwirkungen der Impfstoffe. Meist denken weder die Geimpften noch die Ärzte an einen möglichen Zusammenhang. Und wenn die Patienten doch einen Verdacht hegen und ihre Ärzte fragen, ob eine bestimmte Nebenwirkung von der Impfung stammen könnte, so lautet die Antwort im Normalfall "Nein! Sicher nicht." Ich kenne zahlreiche Fälle, wo schwer geschädigte Patienten bei jedem Arzt, der ihnen im Lauf ihrer Krankengeschichte begegnete, den zeitlichen Zusammenhang zur Impfung erwähnten - und kein einziger fühlte sich bemüßigt, der gesetzlich vorgeschriebenen Meldepflicht dieser möglichen unerwünschten Arzneimittelwirkung nachzukommen. 
Das ist einer der zahlreichen Absurditäten im Impfwesen: Niemand meldet einen möglichen Impfschaden - und anschließend verkünden die Behörden, es gebe keine. 
Das Paul Ehrlich Institut geht in seiner Risikoberechnung zur FSME-Impfung beispielsweise von einem einzigen gesicherten Impfschaden aus. 66 weitere gemeldete Schadensfälle werden als „wahrscheinlich“ beurteilt. Daraus errechnete die Behörde ein Gesamtrisiko von 1,5 Schadensfällen pro 1 Million Impfungen.  Da es die Behörden im gesamten deutschsprachigen Raum nicht für notwendig empfunden haben, ein Impfregister einzuführen, bei dem Impfungen mit nachfolgenden Krankheitsfällen verknüpft werden können, ist es auch rechnerisch gar nicht möglich, die Folgen der Impfungen empirisch zu untersuchen. Es gibt keine Evidenz. Und eigenständige unabhängige Untersuchungen der Behörden gibt es schon gar nicht. 
Am Beispiel der FSME-Impfung lässt sich kurz zusammenfassen, dass alle möglichen Risiken ausschließlich die Geimpften zu tragen haben, während die Gewinne in die Kassen der Impfstoff-Hersteller fließen. Die spendieren einen Teil ihrer Profite den Impfexperten, die daraufhin brav Auftragsstudien abliefern, die den Wert der Impfung über den grünen Klee loben. Die Behörden wiederum machen es sich einfach, indem sie die Aussagen der Experten für bare Münze nehmen, die Impfungen loben und sie weiter kräftig bewerben.

Meine Antwort an den jungen Diabetiker lautet deshalb: Ja! Es ist durchaus möglich, dass die Impfungen Ihre Autoimmunerkrankung ausgelöst haben. Es gibt keine brauchbaren Belege für die Sicherheit der FSME-Impfung. Und solange dieser skandalöse Zustand aufrecht ist, kann niemand sagen, dass der Nutzen der Impfung den möglichen Schaden übertrifft.



Wenn Ihnen der Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 
Bert Ehgartner steht auch für Vorträge, Filmvorführungen, etc. zur Verfügung. 
Nähere Informationen finden Sie auf dieser Seite

Freitag, 3. März 2017

Falscher Masernalarm: Ungeimpfte Kinder haben dennoch Hausarrest

Es war eine aufregende Woche für das Umfeld der Waldorfschule Pötzleinsdorf in Wien. Der Schulbetrieb wurde wegen des Verdachts auf Masern geschlossen. Betroffen sind 280 Schüler, 80 Kindergarten-Kinder und 60 Mitarbeiter. Nun stellte sich heraus, dass es gar keine Masernfälle gab. Lediglich bei einem Kind war der Test positiv: Aber auf Röteln. 

Heute stand die Waldorfschule im 18. Wiener Bezirk leer (Fotos: Waldorfschule Pötzleinsdorf)

"Dennoch dürfen Montag nur jene Schüler den Unterricht besuchen, die entweder Masern-Mumps-Röteln geimpft sind, oder einen Nachweis haben, dass sie gegen Röteln geschützt sind", erklärte mir Michael Ambros, Sprecher des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien.
Ich fragte ihn, ob das nicht etwas überzogen sei, bei einer Erkrankung wie Röteln, die für Kinder allgemein als recht harmlos gilt. "Nein! Denn auch Röteln ist eine hochansteckende virale Krankheit und ebenso meldepflichtig wie Masern, insofern gilt der Maßnahmen-Katalog des Infektionsschutzgesetzes."
Dies, so Ambros, sei zumindest der Stand von Freitag nachmittag. "Betroffene können sich auch am Wochenende über die Hotline der Stadt Wien 01-4000-87120 über den aktuellen Stand informieren."


Ferndiagnose vom Kinderarzt

Begonnen hat die Affäre am Montag dieser Woche, erzählte mir die Niederösterreicherin Martha Schachner (Namen geändert), deren sechsjährige Tochter Alma die Wiener Waldorfschule besucht. "Sie hatte leichtes Fieber, geschwollene Lymphknoten und eine Bindehautentzündung. Am Dienstag trat ein kräftiger Ausschlag auf, das Fieber blieb bei 38 Grad."
Frau Schachner rief ihren Kinderarzt an und schilderte die Symptome. Der hatte keine Zeit für einen Hausbesuch, ersuchte jedoch um ein Foto. "Ziemlich sicher Masern", lautete die Ferndiagnose. Dienstag nachmittag hatte der Hausarzt Zeit für einen Hausbesuch und teilte die Ansicht des Kinderarztes. Und weil bei Masern bereits der Verdacht meldepflichtig ist, informierte er die Behörden. Und während am Mittwoch die Beschwerden von Alma bereits wieder am Abklingen waren, begannen nun die Mühlen der Behörden zu mahlen.
Die Schulleitung der Rudolf Steiner Schule wurde kontaktiert. Auch zwei andere Kinder seien mit ähnlichen Symptomen krank gemeldet, erfuhr der Amtsarzt. Weil die Schule keine Dokumentation über den Impfstatus der Schüler vorlegen konnte, wurde seitens des Stadtschulrates daraufhin die Schule geschlossen.


Wer nicht gegen Röteln geschützt ist, muss zu Hause bleiben


23 Tage Hausarrest

Martha Schachner und ihr Mann bekamen vom Amtsarzt die Mitteilung, dass über die Familie ein Absonderungsbescheid nach Infektionsschutzgesetz verhängt wurde. "Das bedeutet, erklärte uns der Arzt, dass wir 23 Tage lang - bis zum Ende der Inkubationszeit - das Haus nicht verlassen dürfen", erfuhr die geschockte Mutter. "Das gleiche galt für Simon, unseren neunjährigen Sohn."
Da Martha Schachner und ihr Ehemann beide die Masern einst als Kinder durchgemacht hatten, organisierten sie einen Bluttest. Dabei wurde ein ausreichender Antikörper-Titer festgestellt.

"An der ganzen Schule war der Teufel los", erzählt Schachner. "Alle Eltern waren aufgeregt und jeder diskutierte, wie man rasch zu einem Nachweis der Antikörper-Titer kommt. Viele ließen ihre ungeimpften Kinder impfen, andere weigerten sich."
Sie selbst, schildert Schachner, haben sich dagegen entschieden, die Kinder einem Titertest zu unterziehen, weil man dafür Blut abnehmen muss. "Das wollen wir ihnen nicht zumuten." Auch impfen wollen sie die Kinder erst später - vor der Pubertät. "Weil Kinderkrankheiten gut für das Immunsystem der Kinder sind und einen besseren Schutz hinterlassen als eine Impfung."

Am Freitag rief der Amtsarzt an und teilte Frau Schachner mit, dass bei einem Mitschüler eindeutig Röteln festgestellt worden ist und es sich deshalb auch bei ihrem Kind höchstwahrscheinlich nicht um Masern, sondern um Röteln handeln würde. "Den Absonderungsbescheid können Sie jetzt vergessen, das gilt nicht mehr", erklärte ihr der Amtsarzt.
Frau Schachner war verblüfft. "Plötzlich war niemand mehr an einer genaueren Untersuchung von Alma interessiert."
Und in der Schule stöhnten die Eltern auf, weil sie den falschen Antikörper-Test hatten machen lassen. Nochmal zum Arzt, nochmal stechen - und dann auf Röteln testen lassen.

Was sie nun am Montag mit den Kindern machen soll, weiß Frau Schachner nicht. Alma ist mittlerweile – nach zwei Tagen Fieber und einem weiteren Tag leichter Beschwerden – wieder völlig gesund. Doch darf sie deshalb schon in die Schule?
Simon - wie es derzeit aussieht - nicht, denn er könnte sich bei der Schwester mit Röteln angesteckt haben. "Ich muss also Pflegeurlaub nehmen, um zwei gesunde Kinder zu betreuen."
Zu allem Überfluss wurde das Schulverbot auch noch um eine Woche - auf 4 Wochen - verlängert. Weil Röteln eine längere Inkubationszeit haben…

PS: Meine Ansicht zu Masern und Impfpflicht habe ich in diesem Artikel beschrieben.

Dienstag, 24. Januar 2017

Behörden verschleierten Typ 1 Diabetes Risiko

Der Titel des Briefes an die Herausgeber des "Journal of Internal Medicine" hat es in sich: "Versteckte Studiendaten der Behörden kamen nun ans Licht: Neben Narkolepsie hat der Schweinegrippe Impfstoff Pandemrix auch Typ 1 Diabetes verursacht". Absender des Briefes ist Lars Andersson, Professor am Department für Physiologie und Pharmakologie des Karolinska Instituts in Stockholm. Auf sein Betreiben mussten Mitarbeiter der schwedischen Gesundheitsbehörden nun zugeben, dass sie bei Typ 1 Diabetes die Einschluss-Kriterien einer Studie im Nachhinein verändert hatten. Ohne diesen Kunstgriff hätte die Studie ergeben, dass die Schweinegrippe-Impfaktion des Jahres 2009 rund 150 schwedische Jugendliche im Alter zwischen 10 und 19 Jahren zu Diabetikern gemacht hat. Diese müssen nun ein Leben lang Insulin spritzen.

60 Prozent der Schweden folgten der Empfehlung der Gesundheitsbehörden

Im Jahr 2009 waren - ausgehend von Mexiko - Influenzafälle mit einem neuartigen Virus vom Typ H1N1 gemeldet worden. Obwohl von den Erkrankungsfällen in Australien und Neuseeland bekannt war, dass diese neuartigen Grippeviren eine vergleichsweise sehr milde Krankheit auslösten, rief die WHO zur Jahresmitte eine Pandemie aus. Im Rekordtempo wurden Pandemie-Impfstoffe hergestellt. Der Konzern GlaxoSmithKline (GSK) brachte mit "Pandemrix" den in Europa mit Abstand meistverkauften Impfstoff auf den Markt.
Während normale saisonale Grippe-Impfstoffe meist keine Wirkverstärker (Adjuvantien) enthalten,  enthielt Pandemrix als Zusatz das von GSK entwickelte Adjuvantien-System AS03, bestehend aus Squalene, DL-α-Tocopherol und Polysorbat 80. Dieser Mix sollte gewährleisten, dass eine starke Immunreaktion auf den Impfstoff zustande kommt und ausreichend Antikörper erzeugt werden. Außerdem enthielt Pandemrix das Konservierungsmittel Thiomersal, eine Quecksilber-Verbindung, die in modernen Impfstoffen normalerweise nicht mehr verwendet wird.


Skepsis im Süden - hohe Impfmoral im Norden

Deutschland und die Schweiz kauften für die Bevölkerung große Mengen an Pandemrix ein. In Österreich wurde Celvapan ein Zusatzstoffe-freies Produkt des in Österreich ansässigen Herstellers Baxter angeschafft. Doch in allen drei deutschsprachigen Ländern war die Skepsis der Bevölkerung groß, ob die Ausrufung der Pandemie und die Empfehlung zur Durchimpfung der Weltbevölkerung tatsächlich gerechtfertigt waren. Die  Beteiligung an den Impfaktionen lag bei weniger als 10 Prozent. Die Behörden blieben auf vielen Millionen von Impfdosen sitzen und diese mussten ab 2010, als die WHO die Pandemie für beendet erklärte, entsorgt werden.
Ganz anders war die Situation im Norden Europas. Speziell in Skandinavien hatte die Werbung für die Impfaktion deutlich mehr Resonanz. In den Ländern Skandinaviens ließen sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung impfen.
Einfluss auf die Sterblichkeit an Grippe hatte die Impfung wenig. In Deutschland, wo 8 Prozent der Bevölkerung geimpft waren, meldeten die Behörden 3,1 Todesfälle pro Million Einwohner, etwa gleich viele wie in Schweden bei 60% Impfbeteiligung. Dort waren 29 Personen infolge einer Infektion mit H1N1 Viren verstorben. Insgesamt erwies sich die Pandemie-Grippe als deutlich milder als die normalen Grippewellen, wie sie fast jedes Jahr auftreten.


Hunderte Geimpfte erkranken an Narkolepsie

Zwei Jahre nachdem die Schweinegrippe durchgezogen war und die Hersteller von Medikamenten (Tamiflu) und Impfstoffen Milliarden verdient hatten, gingen beunruhigende Nachrichten aus Finnland um die Welt. Einem Mediziner waren bei geimpften Kindern und Jugendlichen gehäufte Fälle von Narkolepsie aufgefallen. Die Betroffenen leiden dabei an Schlafanfällen, die ohne Möglichkeit der psychischen Gegenwehr von einem Moment zum anderen auftreten. Ihnen sacken dabei mitunter die Beine weg und sie können sich nicht mehr bewegen. Die Lähmungen können wenige Sekunden, aber auch mehrere Minuten auftreten. Auslöser ist eine Störung in der Schlafsteuerung des Gehirns. Oft ist den Betroffenen kein selbstständiges Leben mehr möglich. Sie können nie einen Führerschein machen, viele ohne Begleitung gar nicht außer Haus gehen. Besonders fies ist der Zusammenhang mit Emotionen. Ein betroffenes Kind schildert die Gefahr: "Man darf nicht zu viel lachen, sonst fällt man zusammen."
Die finnischen Behörden setzten eine "Narkolepsie-Task-Force" ein. Und tatsächlich bestätigte sich der Verdacht. Geimpfte Kinder hatten ein vielfach erhöhtes Narkolepsie-Risiko.
Aufgrund dieser Meldungen wurden auch die schwedischen Arzneimittel-Behörden aktiv. Ein Team von Wissenschaftlern unter der Leitung von Ingemar Persson organisierte eine riesige Studie, welche die individuellen Gesundheitsdaten von 3,3 Millionen geimpften und 2,5 Millionen ungeimpften Personen verglich. Untersucht wurden 50 verschiedene Krankheiten mit neurologischem und autoimmunem Hintergrund, die im Zeitraum von zwei Jahren nach Beginn der Impfaktionen erstmals auftraten.
Dabei bestätigte sich das Narkolepsie-Risiko. Die seltene Störung trat bei 126 geimpften Kindern und Jugendlichen auf. Damit war das Erkrankungsrisiko dreimal so hoch wie in der Vergleichsgruppe der gleichaltrigen Ungeimpften. In der Gruppe der 20- bis 30-jährigen lag das Narkolepsie-Risiko beim doppelten. Erst ab einem Alter von 50 Jahren gab es keine messbaren Unterschiede mehr.

Narkolepsie: Höchstes Risiko in der Altersgruppe von 10 bis 19 Jahren



Studienautoren schlossen Diabetesfälle von Auswertung aus 

Abgesehen von Narkolepsie fand die von Professor Persson und seinem Team veröffentlichte Studie unter den restlichen 49 Krankheiten keine massive Risikoerhöhung. Eine leichte Zunahme von 12 Prozent gab es bei Nesselsucht (Urticaria), allergische und anaphylaktische Reaktionen waren in der Impfgruppe um signifikante 5 Prozent erhöht.
Statistische Signifikanz bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei den Resultaten um Zufallsfunde handelt deutlich unter 5 Prozent liegt.
Knapp unter dieser Signifikanz-Grenze lagen die Resultate bei Typ 1 Diabetes. Bei dieser Form von Diabetes greift ein fehlgeleitetes hyperaggressives Immunsystem die Betazellen der Bauchspeicheldrüse an und zerstört sie, so dass zu wenig oder gar kein Insulin mehr erzeugt werden kann. Rund 300.000 Personen leiden in Deutschland an dieser Autoimmunerkrankung, die speziell bei Kindern immer häufiger wird. Die Betroffenen müssen ihr ganzes Leben Insulin spritzen und täglich viele Male ihren Blutzuckerspiegel messen.

Lars Andersson, Professor für analytische Chemie, Biochemie und Immunchemie am Karolinska Institut, wunderte sich über die in der Studie genannte Fallzahl von 376 Personen in der am häufigsten betroffenen Altersgruppe zwischen 10 und 19 Jahren. In "SWEDIABKIDS", dem schwedischen Diabetes-Register für Kinder wurde die Anzahl der Fälle nämlich deutlich höher, mit 463 Personen eingeschätzt. Andersson stellte eine öffentliche Anfrage an die Studienautoren und bat darum, diesen Widerspruch aufzuklären.
Ingemar Persson antwortete, dass eine gewisse Anzahl von Diabetes-Fällen nicht berücksichtigt wurde, weil diese nicht im Insulin-Register aufschienen.
Andersson ließ diesen Einwand nicht gelten. "In diesem Register werden nur Patienten geführt, welche ihr Insulin über Apotheken beziehen", erklärt er. "Zahlreiche Diabetiker beziehen Insulin aber in Kliniken oder ähnlichen Einrichtungen. Es ist wissenschaftlich nicht gerechtfertigt, diese Fälle auszuschließen." Außerdem, so Andersson, hätte dieses Vorgehen in der Studie erwähnt werden müssen. Dies sei allerdings nicht geschehen.

Mittlerweile hat Ingemar Persson die drei Jahre alte Publikation im "Journal of Internal Medicine" mit einer Korrektur in der aktuellen Januar Ausgabe des Journals ergänzt. Hier wird nun angeführt, dass die Fallzahlen des Insulin-Registers verwendet wurden.
Der Korrektur vorangestellt ist der Artikel Anderssons, mit der Kritik am Vorgehen der Behörden. Sie hatten nun auf Aufforderung 141 zusätzliche Diabetes Fälle - davon 52 aus der betroffenen Altersgruppe heraus gerückt (14 ungeimpft, 38 geimpft). Werden diese in die Auswertung eingerechnet, so wird die Signifikanz-Grenze deutlich erreicht. Geimpfte hatten demnach ein um 26 Prozent erhöhtes Risiko an Typ 1 Diabetes zu erkranken. "Das bedeutet, dass die Impfung mit Pandemrix in Schweden rund 150 Krankheitsfälle ausgelöst hat", erklärt Andersson.

Ingemar Persson entschuldigt sich in einem ebenfalls in derselben Ausgabe des Journals abgedruckten "Brief an die Herausgeber", dass die Definition für Typ 1 Diabetes im Originalartikel nicht richtig angegeben war. Das sei durch einen "administrativen Fehler" passiert. Dass die 52 aus der Studie ausgeschlossenen Fälle auch tatsächlich alle den Kriterien für eine Insulin-abhängige Typ 1 Diabetes entsprechen, bezweifelt Persson nach wie vor, weil bei der Mehrzahl dieser Personen die Diagnose nur bei einem einzigen Arztbesuch festgelegt wurde. "Aber dies ist kein Beweis, der Anderssons Spekulation vollständig widerlegt." Anderssons Anschuldigung, dass Fälle unterschlagen worden seien, weist Persson zurück. Eine Prüfung des Karolinska Instituts sprach die Autoren vom Vorwurf der Fälschung frei. Statistik sei eben kompliziert, schreibt Persson. Jeder Leser solle sich selbst ein Bild machen, wer hier im Recht ist.

Ob die schwedischen Behörden hier mit Absicht gehandelt haben, bleibt demnach ein Rätsel. Möglicherweise wollten sie die Öffentlichkeit - nach der Aufregung um die Narkolepsie-Häufung - nicht mit einer weiteren peinlichen Enthüllung zur desaströsen Schweinegrippe-Impfaktion beunruhigen.
Möglicherweise handelte es sich aber auch um einen Versuch, die Anzahl von Schadenszahlungen zu minimieren. Insgesamt 475 Narkolepsie-Betroffene haben nämlich die schwedischen Gesundheitsbehörden auf finanzielle Entschädigung geklagt. Bisher wurden 311 Patienten Zahlungen von bis zu einer Million Euro zugesprochen.


Impfskepsis als Schutzfaktor

In Deutschland, der Schweiz oder Österreich wären derartige Nebenwirkungen der Impfungen nie aufgefallen, da es hier - aufgrund fehlender Datenbasis - nicht möglich ist, die Auswirkungen von Impfaktionen auch nur halbwegs verlässlich zu messen. Weder deren positive noch deren mögliche negative Effekte.
Bei unerwünschten Reaktionen auf Impfungen gibt es zwar theoretisch eine gesetzliche Meldepflicht für Ärzte, doch diese wird in der Praxis meist großzügig ignoriert. Schätzungen gehen von einer Melderate zwischen 5 und 10 Prozent aus. Weil die Dunkelziffer zu hoch ist und es keine ungeimpfte Vergleichsgruppe gibt, können keine seriösen Schlüsse gezogen werden und die Meldepflicht könnte genauso gut gleich abgeschafft werden.
Impfungen sind demnach medizinische Masseneingriffe an der gesunden Bevölkerung, die weitgehend unkontrolliert ablaufen. Als wichtigster Schutzfaktor erwies sich im Fall der Schweinegrippe-Impfaktion offenbar die in der Bevölkerung - im Gegensatz zu Skandinavien - weit verbreitete Impfskepsis.




Wenn Ihnen dieser Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen. 







Montag, 9. Januar 2017

Absurde Werbung für Rotavirus-Impfung

In der Januar Ausgabe des Barmer-Magazins (PDF) wirbt die große deutsche Krankenkasse für die Rotavirus-Impfung und bezieht sich dabei auf das Robert Koch Institut: „Laut RKI muss die Hälfte der erkrankten Säuglinge und Kleinkinder stationär behandelt werden." 
Die Hälfte! 

Foto: GlaxoSmithKline (GSK)

Bei den Masern-Ausbrüchen der letzten Jahre lag die Zahl der Patienten, die in die Kliniken eingeliefert werden mussten, selten über 10 Prozent.
Ein Virusinfekt, bei dem die Hälfte der Erkrankten im Spital landet, ist also zweifellos ein Indiz für eine extrem gefährliche, komplikationsreiche Infektion.  
Wieso ist in der Öffentlichkeit - wenn es um Kinderkrankheiten geht – dennoch meist von Masern die Rede oder gar von Windpocken, wo im Normalfall gar niemand in die Klinik muss? 

Die einzige Möglichkeit, dieses Phänomen zu erklären, ist wohl, dass es sich bei Rotaviren um eine extrem seltene Infektion handeln muss.
Doch glatte Fehlanzeige! Im selben Artikel heißt es nämlich, dass Rotaviren die bei weitem häufigste Ursache für Darm-Infektionen sind. "Bis zum Alter von zwei bis drei Jahren haben fast alle Kinder mindestens eine Rotavirus Infektion durchlitten." 
Das bedeutet also eine Durchseuchung der Bevölkerung von nahezu 100 Prozent! Die Krankenhäuser Deutschlands müssten demnach überquellen vor Säuglingen und Kleinkindern, die von Durchfällen gequält werden. 

Ich habe auf der Webseite des Robert Koch Institutes die Quelle gesucht, auf die sich die Barmer-Redakteure in ihrem Artikel beziehen. Und tatsächlich: im "RKI-Ratgeber für Ärzte" findet sich die zitierte Angabe, mit konkreten Zahlen aus dem Jahr 2009: In der Altersgruppe der bis zu fünfjährigen Kinder gab es laut RKI 37.822 Rotavirus-Meldungen, davon benötigten 18.621 (49%) eine Krankenhausbehandlung. Also die Hälfte.


Hospitalisierung bei 0,5 statt bei 50 Prozent der Rotavirus-Infekte

Doch Moment. – Bei jährlich rund 730.000 Geburten in Deutschland ergibt sich in dieser Altersgruppe eine Grundgesamtheit von 3.650.000 Kindern. Bei den vom RKI genannten Rotavirus-Meldungen handelte es sich also um knapp ein Prozent der Altersgruppe, welche den Behörden gemeldet wurden. Das bedeutet, dass nur ein Prozent der Rotavirus-Infektionen so ernsthaft verlaufen, dass Ärzte, die der Meldepflicht unterliegen, überhaupt davon erfahren. Und von diesem einen Prozent musste die Hälfte – also 0,5 Prozent – in der Klinik behandelt werden.

Richtig hätte es im Zeitungsartikel und auch im Ärzteratgeber des RKI also heißen müssen, dass die Hälfte der den Behörden gemeldeten Rotavirus-Infektionen stationär behandelt werden musste. Also gerade mal jedes 200. Kind der Altersgruppe.
Und das klingt dann nicht mehr so richtig spannend, so dass man daraus eine Angst-erzeugende Impfwerbung machen kann. 

Wenn man sich nun auch noch ansehen würde, bei welchem Personenkreis konkret die stationäre Behandlung erfolgt, so würde sich zeigen, dass überdurchschnittlich häufig sozial schwache Familien - oft mit Migrationshintergrund - betroffen sind.
Mir hat das mal ein Ärztekammer-Funktionär so erklärt, dass es eines gewissen Erklärungs- und Betreuungsaufwandes bedarf, an Brechdurchfall erkrankte Kinder zuhause zu belassen, weil darauf geachtet werden muss, dass die Kinder ausreichend zu trinken bekommen. Und dass die Ärzte speziell dann auf „Nummer sicher“ - sprich Einweisung in die Klinik - gehen, wenn sie sich nicht sicher sind, ob sie auch wirklich gut verstanden wurden, bzw. den Eltern vertrauen können. 

Rotavirus Todesfälle wurden in Deutschland im vergangenen Jahr sechs gemeldet. Die Betroffenen waren zwischen 79 und 101 Jahre alt.


Frankreich zieht Impfempfehlung zurück

Kritische Informationen zur Impfung fehlen im Artikel der Barmer ebenso wie im Ärzteratgeber des RKI. Und so bleibt auch unerwähnt, dass die Gesundheitsbehörden in Frankreich die Rotaviren-Impfung nicht mehr empfehlen. Zwei Jahre - von 2013 bis 2015 - war die Impfung im allgemeinen Impfplan enthalten. Nach einer parallel dazu laufenden intensiven Prüfung ihrer Sicherheit wurde die Impfung im Mai 2015 wieder aus dem Vorsorge-Programm heraus genommen.

Grund dafür waren schwere Nebenwirkungen, die bei geimpften häufiger und früher auftraten als in der ungeimpften Vergleichsgruppe: so genannte Invaginationen. Dabei handelt es sich um gefährliche Darmeinstülpungen, die meist operativ behandelt werden müssen. Nach den Impfungen waren bei 47 Säuglingen binnen 30 Tagen nach der Impfung solche Invaginationen aufgetreten. Zwei Babys starben daran.
Auf Grund dieser Informationen kam die oberste französische Gesundheitsbehörde bei der Abwägung von Nutzen und Schaden der Impfung zu einem negativen Resultat.
Auch die WHO empfiehlt die Rotavirus Impfung speziell für Ressourcen-arme Länder der 3. Welt, "wo Erkrankungen durch Rotaviren ein bedeutsamen Beitrag zur Kindersterblichkeit leisten."

Für die deutschen oder österreichischen Gesundheitsbehörden ergaben sich aus dem Widerruf der französischen Impfempfehlung keine Konsequenzen. Eine eigenständige Erfassung der Invaginationen erachtete das deutsche Paul Ehrlich Institut nicht für notwendig. Zur französischen Untersuchung veröffentlichte das PEI bloß die Bemerkung "es sei unklar, ob die Impfung das Invaginationsrisiko langfristig überhaupt erhöhe". Auf eine nähere Begründung dieses seltsamen Einwandes wurde verzichtet.


Impfung half in Ostdeutschland wenig

Ebenso fehlt eine Erklärung für ein eigenartiges Phänomen, das aus den Fallzahlen der seit 2001 in Deutschland meldepflichtigen Krankheit hervorgeht. Bundesweit wurde die Impfung nämlich erst im Jahr 2013 von der STIKO empfohlen. Davor war die Impfung für die meisten Bürger im Westen Deutschlands keine Gratisleistung der Versicherung, sondern musste selbst bezahlt werden.

Im Osten hingegen war die Lage anders, schreibt das RKI in seinem Jahrbuch der Infektionskrankheiten (RKI 2016): "Die Rotavirus-Impfung war bereits seit 2006 in Deutschland verfügbar und die Bundesländer Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Schleswig Holstein hatten die Impfung bereits vor 2013 in ihre öffentlichen Impfempfehlungen aufgenommen." 
Wenn man sich nun die Statistik der Bundesländer ansieht, wo die meisten Rotavirus-Brechdurchfälle auftreten, so wird diese Liste von genau diesen genannten Ländern im Osten angeführt.
Obwohl die Impfung viele Jahre früher eingesetzt wurde, hatte dies offenbar kaum einen Effekt.
Rotavirus-Brechdurchfälle: Am häufigsten in Ostdeutschland
Von Seiten der Behörden gibt es keine Erklärung für dieses Phänomen. Das RKI betont lediglich, dass "bisher keine repräsentativen Daten zu den Impfquoten verfügbar sind".

Meldepflichten für Infekte einzuführen, das Gesundheitsbudget mit einer teuren Massenimpfung zu belasten und sich dann kein bisschen darum zu scheren, welche positiven oder negativen Effekte diese Impfung hat, das klingt absurd, ist aber gängige Praxis in Deutschland.




Wenn Ihnen dieser Artikel interessant und wichtig erscheint, würde

ich mich über einen kleinen Beitrag zu meiner Arbeit sehr freuen.